Wirtschaftlichkeit

Eigenverbrauch

Der künftige Ansporn in eine eigene Solaranlage zu investieren, besteht im wesentlichen in der Aussicht, sich unabhängig von steigenden Strompreisen zu machen. Durch die stetig sinkende Einspeisevergütung verliert die Netzeinspeisung des Solarstroms immer mehr an Bedeutung. Gleichzeitig sind die Erzeugungskosten solarerzeugter Energie durch gesunkene Anlagenpreise in den meisten Fällen bereits deutlich günstiger als die Strombezugskosten. Genaue Anlagenplanung auf Basis des Stromverbrauchs ist für den wirtschaftlichsten Betrieb einer Solaranlage daher unentbehrlich. Die günstigste Lösung ist, die Größe einer Solaranlagen abhängig vom Jahresstromverbrauch zu planen. Besser geeignet sind aber Smart Meters. Smart Meters sind intelligente Stromzähler, die den tatsächlichen Energieverbrauch (Lastprofil) zeitgenau erfassen, speichern und an den Netzbetreiber übermitteln. Seit den 90iger Jahren sind diese digitalen Zähler vor allem bei Großabnehmern im Einsatz und werden seit 2010 auch bei Privatkunden von einigen Netzbetreibern angeboten. In diesen Fällen kann das Lastprofil beim Netzbetreiber angefragt werden. Aber auch ohne digitale Zähler kann das Lastprofil grob ermittelt und so der mögliche Eigenverbrauch geschätzt werden. Für private Anwendungen sollte dies genügen.




Speicher

Um den natürlichen Eigenverbrauch zu optimieren sind Speicher die beste Lösung und steigern in jeden Fall die Unabhängigkeit. In der Praxis ergänzen sich das solare Energieangebot und der individuelle Strombedarf nur selten.
Neben der Optimierung durch Anpassung des Stromverbrauchs an das Solarstromangebot gehört den Speichern für diese Herausforderung die Zukunft. Jedoch lassen sich die aktuell noch hohen Anfangsinvestitionen für Speicher noch nicht durch den wirtschaftlichen Vorteil des gesteigerten Eigenverbrauchs kompensieren.

Speicherförderung

Seit dem 01.05. 2013 ist das Förderprogramm der KfW für Solarstromspeicher in Kraft. Infos unter www.kfw.de (Programm 275)
Wichtig! Grundlage für die Förderung ist die begrenzte Einspeisung des erzeugten Solarstroms von 60% in das Stromnetz.
In jedem Fall sollten Interessenten für Solarspeicher die zu erwartende Wirtschaftlichkeit Ihres Speichersystems mit der folgenden Berechnung prüfen.

Diese Berechnung entlarvt die schon heute von vielen Akteuren behauptete Wirtschaftlichkeit auf einfachste Weise. So ist man jederzeit in der Lage, den richtigen Zeitpunkt für den wirtschaftlichen Einsatz eines Speichers zu erkennen.

Beispiel:
(ohne Berücksichtigung der Förderung)
Kosten für das Speichersystem inkl. Einbau:
  12.000 €
Vollzyklen: 5.000
Speicherkapazität: 8 kWh
Systemwirkungsgrad: 90%
Entladetiefe: 70%

5.000 x 8 x 90% x 70%= 25.200 kWh

Jetzt teilt man einfach die Systemkosten durch die maximal mögliche gespeicherte Energie.

12.000 € / 25.200 kWh = 0,4762 €/kWh

Das bedeutet, dass im Beispiel jede dem Speicher entnommene kWh 0,4762 € kostet.

Fazit

Solange gespeicherter Solarstrom teurer ist als Strom aus dem Netz, wird unter wirtschaftlichen Aspekten ein Speicher keinen Sinn machen. Erst mit weiter sinkenden Kosten bzw. der Förderung von Solarspeichern und steigenden Strompreisen sind Speichersysteme künftig wirklich wirtschaftlich. Nachrechnen lohnt!!
 

EEG Vergütung

Als Betreiber einer PV-Anlage bekommen Sie je nach Anlagengröße für ihren eingespeisten Solarstrom eine feste Einspeisevergütung. Anlagenbetreiber erhalten die zum Zeitpunkt der Betriebsbereitschaft der PV Anlage gültige Einspeisevergütung für den Zeitraum von 20 Jahren zuzüglich der Monate des Inbetriebnahmejahres.
Nach neuester Gesetzeslage gilt für Neuanlagen über 100kWp die ab 2016 in Betrieb genommen werden die verpflichtende Direktvermarktung.

Die beigefügten Musterberechnung enthalten alle ab Januar 2017 in Kraft tretenden EEG Änderungen.




 
Die EEG Umlage in 2017 beträgt 6,88 Cent. Auf den Eigenverbrauch sind somit 2,752 Cent je kWh zu kalkulieren.
Der Eigenverbrauch wurde auf Basis typischer Lastprofile für Gewerbebetriebe ermittelt.

Beispiel 20-80 kWp zeigt kleinere Gewerbeanlagen mit Dachflächen von 150, 300 und 600 m².
Beispiel 100-300 kWp zeigt mittlere Anlagen mit Dachflächen 750, 1.500 und 2.250 m².

Musterberechnung 20 - 80 kWp IBN April 2017
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Musterberechnung 100 - 300 IBN April 2017
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